2025 – Restaurierung und neue Perspektiven
Nach den ersten Arbeiten mit unserer kleinen Sandstrahlkabine im Jahr 2024 wurde uns klar, wie vorsichtig wir mit dem Motor umgehen mussten. Unter Korrosion und Schmutz kamen nicht nur verschiedene Metalle zum Vorschein, sondern sogar noch Reste von Kunststoff und Kautschuk.
Ein gewöhnlicher Sandstrahlbetrieb kam deshalb für uns nicht infrage. Betriebe, die beispielsweise Güterwagen oder Stahlkonstruktionen bearbeiten, arbeiten mit wesentlich aggressiveren Strahlmitteln. Für unseren Motor brauchten wir jemanden, der sehr fein und gezielt arbeiten konnte – mit unterschiedlichen Glasperlen und, wenn nötig, sogar mit Walnussschalen.
2025 machten wir uns deshalb auf die Suche nach einem geeigneten Fachbetrieb.
Die große Sandstrahlkabine
Die große Sandstrahlkabine ist fast eine Fabrikhalle für sich. Hier werden moderne und historische Landmaschinen ebenso bearbeitet wie Oldtimer und historische Lastwagen.
Arbeiten kann man darin nur mit vollständiger Schutzausrüstung. Vor allem aber braucht es Erfahrung: Sandstrahlen ist hier echtes Handwerk.
Vorher - Nachher
Wir beginnen mit einem stark korrodierten Übergangsstück.
Nach nur zehn Minuten fachgerechter Bearbeitung sieht das Bauteil völlig anders aus.
Kupfer, Bronze, Leichtmetall und Kunststoff
Mit unterschiedlichen Strahlmitteln kann ein erfahrener Spezialist sehr gezielt arbeiten: stärker abtragen, vorsichtig freilegen oder eine Oberfläche mit feinen Glasperlen schonend nachbearbeiten.
- Besonders auffällig ist das goldfarbene sechseckige Bauteil. Eine chemische Analyse in Diesings Labor zeigte 2026, dass es sich um Bronze handelt. Solche Kupferlegierungen wurden unter anderem für Buchsen, Lager und andere mechanisch beanspruchte Bauteile verwendet.
- Das erhaltene Kupfergeflecht gehörte sehr wahrscheinlich zur Abschirmung einer elektrischen Leitung der Zündanlage. Seine genaue Funktion und Leitungsführung wollen wir noch genauer untersuchen.
- Auch der raue graue Guss (vorne rechts im Bild) ist interessant. Eine eigene Materialanalyse steht noch aus. Historische Unterlagen zum Bristol Hercules beschreiben das hintere Nebenaggregategehäuse („Rear Cover“ bzw. „Auxiliary Gear Box“) als Magnesiumlegierung. Aluminium wird aber in anderen Quellen auch genannt. Aus welchem Material dieses konkrete Bauteil besteht, wird eine chemische Analyse im Herbst 2026 beantworten.
Britische Ingenieurskunst wird wieder sichtbar
Mit Pinsel und Magnet untersucht die Chefin des Betriebes die freigelegten Bauteile. Unter den korrodierten Schichten kommen noch immer Zahnräder, Wellen und andere Metallteile zum Vorschein.
Nach mehr als 80 Jahren – davon viele Jahrzehnte im feuchten Werstener Boden – sind einzelne technische Details noch erstaunlich gut erhalten.
Spätestens hier wird uns klar: Wir haben es nicht einfach mit einem Klumpen alter Industriemetalle zu tun. Vor uns liegt ein Stück britischer Ingenieurs- und Handwerksgeschichte.
Auch die anderen Kunden des Betriebes sind fasziniert. Immer wieder werden wir gefragt, ob man den Motor einmal anfassen darf.
Während der mehrtätigen Arbeiten spricht Geschäftsführer Detlef mit dem Betriebsleiter über unseren bisherigen Plan: Der restaurierte Motor soll in Wersten in einem Glaskubus (KI generierte Animation unten, nicht maßstabsgetreu) ausgestellt werden.
Seine Reaktion bringt uns zum Nachdenken.
Brauchen wir einen Paradigmenwechsel?
Das Glas verhindert genau das, was hier alle spontan tun möchten: dem Motor nahekommen und seine Materialien unmittelbar erleben.
Schon nach dem ersten Regen in Wersten werden Staub und Wasserflecken den Blick durch die Scheiben beeinträchtigen.
Ein Glaskubus müsste regelmäßig gereinigt und dauerhaft gepflegt werden.
Und schließlich geht es nicht nur um den Motor. Es geht um die Menschen im Flugzeug, um seine Geschichte – aber auch um die Menschen, die ein solches technisches Meisterwerk hergestellt haben.
Ist ein nötiges Investitionsvolumen von ca. 30.000 Euro nur für dieses eine statische Denkmal dem Gedenken an die Soldaten die Arbeiter noch zeitgerecht ?
Erreichen wir gerade junge Menschen vielleicht besser mit einer kleinen Stahlstele am historischen Ort und einer gut ausgebauten Webpräsenz, deren Inhalte sich auch über moderne KI-gestützte Suchsysteme finden lassen?
KI Animation der ursprünglichen Idee für das Denkmal
Gedanken zum Denkmal:
Das Glas (Modell siehe unten) verhindert genau das, was hier alle spontan tun möchten: dem Motor nahekommen und seine Materialien unmittelbar erleben.
Geplantes Denkmal
Mit KI erzeugt, nicht maßstabsgerecht
- Schon nach dem ersten Regen in Wersten werden Staub und Wasserflecken den Blick durch die Scheiben beeinträchtigen.
- Ein Glaskubus müsste regelmäßig gereinigt und dauerhaft gepflegt werden.
- Und schließlich geht es nicht nur um den Motor. Es geht um die Menschen im Flugzeug, um seine Geschichte – aber auch um die Menschen, die ein solches technisches Meisterwerk hergestellt haben.
- Ist ein nötiges Investitionsvolumen von ca. 30.000 Euro nur für dieses eine statische Denkmal dem Gedenken an die Soldaten die Arbeiter noch zeitgerecht ?
- Erreichen wir junge Leute eher ŭber einen kleine Stahlstehle direkt am Abschussort und eine gut ausgebaute Webreprăsentanz, die sich mit kŭnstlicher Intelligenz gut finden lăsst
Müssen wir unseren Plan von 2022 im Jahr 2026 ändern?
Vielleicht ist es besser, den Motor nicht als ein einziges Objekt hinter Glas zu zeigen. Könnten wir unterschiedliche Teile und vielleicht verschiedene Stadien der Restaurierung zeigen?
Könnten Teile (Grössen von 2 Schuhkartons) sogar innerhalb eines Gebäudes ausgestellt werden?